Ausschreibung: Endgültiges Ergebnis 88vier

In der heutigen Medienratssitzung am 11. Mai 2010 wurde festgelegt, dass die Nutzung der Frequenzen 88,4 und 90,7 MHz unter dem Namen 88vier laufen wird. Ab 22. Mai 2010 soll der Sender starten.

Der Medienrat hat über die Verteilung der Sendezeiten auf 88vier wie folgt entschieden:

multicult radio+medienproduktion gUG

  • Montag bis Freitag 6:00 Uhr bis 10:00, 18:00 bis 19:00 Uhr
  • Samstag+Sonntag 6:00 Uhr bis 12:00 Uhr

Ohrfunk - Medieninitiative blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland e. V.

  • Montag bis Freitag 10:00 bis 11:00 Uhr

ALEX - Offener Kanal Berlin

  • Montag bis Freitag 11:00 bis 14:00, 15:00 bis 18:00, 19:00 bis 20:00 Uhr
  • Samstag+Sonntag 16:00 Uhr bis 20:00 Uhr

BLN.FM e. V.

  • Montag bis Freitag 14:00 bis 15:00 Uhr
  • Montag 20:00 bis 06:00 Uhr

Twen.FM

  • Samstag+Sonntag 20:00 bis 06:00 Uhr

Klubradio unlimited GmbH

  • Mittwoch+Freitag 20:00 bis 06:00 Uhr

Initiative Radiopiloten und Glashaus e. V./Brotfabrik

  • Dienstag+Donnerstag 20:00 bis 06:00 Uhr

Unsere Forderung, die 88vier auf drei große Sendegruppen (multicult2.0, ALEX und ein Freies Kulturradio Berlin) aufzuteilen, wurde von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) abgelehnt. Alle Antragsteller sollen ihre separaten Sendeplätze erhalten.

Unsere Meinung: ein indiskutables Ergebnis. Aber: wir haben die Parteien gewählt, die die Medienräte bestimmen, die sich wiederum gegen ein Freies Kulturradio Berlin ausgesprochen haben. Klare Sache, oder?

Kommentare

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Sendetermine Radiopiloten

Die Lösung wäre doch, sich mit Twen FM, Klubradio und BLN zusammenzutun und eine einheitliche Corporate Identity zu schaffen. Aber da steigt vermutlich niemand von seinem Ross herunter und sagt, wir geben unsere eigene Identität auf um gemeinsam etwas Neues zu schaffen.

Tonqualitiät

Und der Tonqualitiät ist auch sehr schlecht. Wird in Mono gesendet?

Tonqualitiät

Es wird vom der Mabb/Alex zum Sender in Stereo gesendet.

Da aber die beteiligten Sendestudios derzeit mit Internet-Streams angebunden sind kann es am Anfang teilweise zu schlechter Audio-Qualität kommen.

Pi Radio wird heute zum Beispiel in Mono senden da die bestellte Audio-Leitung erst am Dienstag da ist und die Technik dazu auch erst am Dienstag geliefert wird. Der Sendestart war halt etwas überstürzt, viele Beteiligte konnten so kurzfristig noch nicht alles realisieren.

Wir haben derzeit eine Notlösung von 80kbit mono die etwas instabil ist. Wir hoffen dann ab Dienstag zu unserem Sendestart in angemessener Qualität (160-320kbit Stereo) zu senden.

Aber am Rande hier im Studio der Lottumstraße können wir den Sender nur Mono hören, da der Empfang in unserer Gegend schlecht ist. (Lottumstr. 10119 Berlin)

Einheitliche Corporate Identity

Die "einheitliche Corporate Identity", wie zur Zeit auf die 88,4 gesendet wird (Jingles in eine Art "Telefonsexstimme") sind einfach peinlich.

Fickstimme

Mhh, das sind die von der MABB/Alex in Auftrag gegebenen Jingles. Ausser Alex ist damit bestimmt keiner glücklich.

Da hat sich wohl jemand zu sehr im Schnee gewältzt.

Hier schon ein Kommentar im Netz dazu:

http://ostberlin36.wordpress.com/2010/05/19/pi-radio-staatlich-verordnet...

Zusammenarbeit

Eine einheitliche Corporate Identity wird vom MABB in einer Gesamtkonzeption vorgeschrieben, die wohl schon in mehreren Entwürfen im Netz rumgeistert.

Twen FM und BLN sind Firmen/Vereinigungen und keine Freien Radio Initiativen (teilweise wohl mit Unterstützung eines neuen Mitgliedes aus dem Medienrat). Die werden gerade in den Neuen Offenen Kanal integriert ohne Mitspracherechte um dem Alex und das Ausbildungsradio etwas aufzumöbeln und zu legitimieren. Was Klubradio für eine Rolle dort spielen will ist unklar, zumindestens haben sie einen eigenen Antrag gestellt und sich damit wahrscheinlich von der Idee eines Freien Radios in Berlin getrennt. Da muss man abwarten was die wollen. Und Multikulti, keine Ahnung. Laut der Richtlinien des MABB für den neuen Alex2.0 dürfen die ja eigentlich kein fremdsprachiges Radio machen. Zumindestens machen die wohl die Webseite mit ihrer Firma um etwas Geld zu verdienen.

Im Endeffekt wird nur ein Deckel auf den Topf genagelt, um in Ruhe so weiter rumzuwurstel und die Millionen Euros GEZ zu vergraben. Das Radio zeigt keine Perspektiven auf, und ist wahrscheinlich so Piefig wie der OKB nur jetzt halt mit etwas Elektronischer Playliste am Abend.

Zur Richtigstellung:

Zur Richtigstellung: Klubradio hat sich in keiner Weise vom Konzept des freien Kulturradios getrennt. Das steht auch im Antrag den wir den Radiopiloten vor dessen Abgabe zugeschickt haben. Es ging uns darum an der Gleichverteilung der Sendezeiten festzuhalten, diese war beim gemeinsamen Antrag nicht mehr gegeben.

Zudem haben die freien Radiogruppen leider keinen eigenen Antrag abgegeben, das gilt aber auch fuer die Bereiche Radiokunst und Experiment (Ausland usw), Digitale Kultur (CCC usw.) oder Kinderradio (radiojojo). Der einfache redaktionelle Imperativ, dass man zu den Quellen und Akteuren gehen muss, und diese nicht einfach von sich aus anklopfen hat sich bewahrheitet. Dadurch entstehen Ungleichgewichte und inhaltliche Schwaechen bei der letztlich die Medienanstalt mit redaktionellen Aufgaben ueberfordert wird, und sich alle Moeglichkeiten vorbehaelt Sendzeiten zu kürzen oder zu verändern, ohne aber Kriterien und Ziele der "Evaluation" offen zu legen. Ein Wettbewerb bei dem weder die inhaltichen und rechtlichen Bedingungen noch der Gewinn offen gelegt wurden muss zwingendermassen Verwirrung stiften.

Wir haben am 15. Mai den Radiopiloten ein Angebot fuer eine Kooperationsvereinbarung zukommen lassen, analog zur Gleichverteilung der Sendezeiten bei Herbstradio, um gemeinsam besser unsere Interessen zu vertreten.
Es scheint aber dass manche der Gruppen die Teile-und-Herrsche Methode der mabb zeitweise verinnerlicht hat, wir geben die Hoffnung auf einen Zusammenschluss aber nicht auf.

Hier ist der Antrag von 2004 bei der mabb auf ein Pilotmodell mit dem Offenen Kanal Radio zur Schaffnung eines freien (hier offenen) Kulturradios in Berlin. Neben Container Modell und dezentralen Studios war fuer Reboot.fm die organisierte Vielfalt der inhaltlichen Ausrichtung besonders wichtig. (7 Saeulenmodell) . Es war die Pflicht die einzelnen Radiogruppen zu integrieren, die Kür bedeutete es aber daraus eine inhaltlich ausgerichtete und ausgewogene Redaktion mit einem lebendigen und relevanten Radioprogramm zu machen. Letzlich war herbstradio ein weiterer Versuch diesem Ziel naeher zu kommen.

http://docs.google.com/View?id=dg3x85qf_32hswkxk3x

Fuer die beiden "Richtlinien und Grundsätze der nichtkommerziellen Frequenzen 88,4 und 90,7 MHz", die von ALEX und der mabb stammen, gibt es unserer Ansicht nach keine klare rechtliche Grundlage. Die Sprachregelung z.b. ist ein Eingriff in die Rundfunkfreiheit, sie ist ueberdies kontraproduktiv nicht nur fuer Migranten sondern auch fuer die Kreativindustrie und Beitraege aus dem internationalen Umfeld. Es wird also ein spannendes Jahr werden.

Es geht der Mabb offensichtlích darum nachhaltig die Schaffung einer unabhaengigen nichtkommerziellen Frequenz in Berlin Brandenburg zu verhinden, und die entsprechenden Gruppen an diesen Kanal zu binden ohne angemessene Gegenleistung fuer dieses Outsourcing von Leistungen die ehemals der Alex erbringen musste. Es ist vorraussehbar dass bei der fehlenden Finanzierung einige aufgeben werden, und die Attraktivitaet sich moeglicherweise in Grenzen halten wird, wie auch schon beim Alex-TV.

Darum ist in erster Linie klarzustellen dass die derzeitige Loesung keine zufriedenstellende Dauerloesung darstellt, die Finanzierung ist ungeklart, aber vor allem auch die inhaltliche, rechtliche und medienpolitische Bedeutung dieses Senders und seiner moeglichen Innovationskraft, sprich die Motivationskraft fuer Radiomacherinnen und Hoererinnen. Es braucht endlich eine Ausrichtung am internationalen Standard von freien Kulturradios und Communityradios im Medienstaatsvertrag und dessen Umsetzung.

Das Nein zur Internationalisierung des Programms spricht die deutliche Sprache einer regionalistischen Vogel-Strauss-Haltung. Man kann angesichts der Vorgaben davon ausgehen dass der Medienanstalt die folgenden Sender weitgehend unbekannt sind. Keiner dieser Sender wird von einer "Medienanstalt" betrieben. Eine derartige provinzielle Patronage kann sich aber eine "kreative" Stadt wie Berlin eigentlich auf Dauer nicht leisten.

resonance.fm, london
tilos radio budapest
radio grenouille, marseille
radio campus, paris
radio zero, lissabon
ckut, vancouver
wmfu, new jersey
village radio, new york
radio corax, halle
radio orange, wien

Re: Zur Richtigstellung

Niemand bezweifelt, dass Herbstradio eine gute Sache war. Die Studios von Radiopiloten und Klubradio haben sich ergänzt, und es entstand etwas Neues. Allerdings funktionierte das Ganze in erster Linie, weil es ein temporäres Projekt war - sowohl für die Hörer, als auch für uns Radiomacher. Wir, Radiopiloten, waren immer der Meinung, dass Herbstradio mit einem kontinuierlichen Sendebetrieb nicht funktioniert. Deshalb haben wir im Zuge der Spendenaktion 23 FAQs für ein Freies Kulturradio definiert, nach deren Richtlinien jeder selbst bestimmen konnte, ob er sich darauf einlassen will oder nicht:

http://herbstradio.org/spendenaufruf2010-faq

Eine gleichberechtigte Aufteilung von Sendezeiten auf zwei (eigentlich ja drei) antragstellende Gruppen muss ohnehin in Frage gestellt werden, sollte es doch vielmehr ein gemeinsamer Gedanke oder eine Satzung sein, der wir alle verpflichtet sind, damit Sendemacher, die sich an einem Freien Kulturradio beteiligen wollen, sich nicht der Willkür persönlicher Entscheidungen ausgesetzt sehen.

Wo wir bei Richtigstellungen sind: wir haben im Zuge einer gemeinsamen Antragstellung nicht beansprucht, mehr Sendezeit als Ihr zu erhalten, sondern wir wollten sicherstellen, dass, egal was passiert, die (auch potenziellen) Freien Radioinitiativen unabhängig von Klubradio oder Radiopiloten mindestens einen Sendetag zur Verfügung bekommen. Und diese Regelung war auch nur für den Fall gedacht, falls die Kooperation scheitern würde. Nehmen wir das mal als Hauptauslöser dafür, dass Ihr Euren eigenen Antrag geschrieben habt. Hinzu kommen strittige Punkte wie: freie Mitarbeit, Mitbestimmungsmöglichkeiten, Aufbau einer Berliner-Runde-Redaktion, Unabhängigkeit gegenüber dem Offenen Kanal. Es kann also nur so sein, dass Ihr den Begriff Freies Kulturradio anders auslegt, als in den oben zitierten 23 Richtlinien, die für uns maßgeblich sind. Andernfalls hättet Ihr auch kein Problem mit unserem Antrag haben können.

Auch wenn wir als Radiopiloten keine Freie Radioinitiative sondern eher Veranstaltungsradiomacher sind, fühlen wir uns mit den Prinzipien Freier Radios verbunden, schließlich gehen wir aus Pi-Radio hervor, welches seit mehr als 15 Jahren in dieser Richtung aktiv ist, und haben versucht, uns mit verschiedenen Veranstaltungsfunks für ein dauerhaftes Freies Radio einzusetzen. Und genau das werden wir auch auf der 88vier noch verstärken. Denn es stimmt nicht, dass die Sendemacher nicht von selbst anklopfen - seit Februar bekamen wir mehr als 60 Neuanfragen von Leuten, die gern bei uns ein Freies Radio mitgestalten würden. Wir können sie an zwei Abenden die Woche zwar nicht alle unterbringen, werden uns aber etwas überlegen.

Freies Radio - Freies Kulturradio - momentan alles nur Begriffe. Am Ende zählt das Programm. Deshalb sind wir am oben zitierten 15. Mai ja auch so verblieben, eigenständig auf der 88vier zu beginnen und abzuwarten, wie sich das Ganze entwickelt. Wir haben Euch nicht erneut eine Absage erteilt, wie Ihr es schreibt, sondern Ihr habt sie uns erteilt, indem Ihr im Februar in letzter Minute einen Antrag für Euch allein gestellt habt. Warum sollen wir uns nun überstürzt wieder zusammentun?

Die mabb hat mit dem Ergebnis der Ausschreibung bewirkt, dass die einzelnen Antragsteller in Konkurrenz zueinander stehen: sie sollen sich nun beweisen (um ggf. Anspruch auf mehr Sendezeiten zu bekommen). Wir sind uns alle einig, dass diese Konstellation nicht nur stressig ist, sondern auch kontraproduktiv. Und dass die 88vier kein von der mabb koordiniertes Freies Radio sein kann, wird selbst der mabb klar sein.

Nähern wir uns also nicht über die Form, sondern über die Inhalte - vielleicht gelingt es ja dem einen oder anderen Radioveranstalter, ansatzweise Inhalte zu produzieren, wie es die von Euch aufgezählten Radios tun. Warten wirs ab. Wir sind ja nicht nur gespannt auf das Programm von ALEX und Mitveranstaltern wie Euch, sondern auch auf unser eigenes Programm.

Radiopiloten

Senden?

Verspielt man nicht die Chance auf ein Freies Radio in Berlin, wenn man zum Begleitprogramm für den Offenen Kanal Alex wird? Was habt ihr zu verlieren, wenn ihr dort nicht sendet!?

Stattdessen sollte die neue Mehrheit im Brandenburger Landtag dazu genutzt werden, im Rundfunkstaatsvertrag endlich auch Nichtkommerziellen Lokalfunk, also Freie Radios zu ermöglichen. Dann könnte man sich z.B. auf die demnächst neu auszuschreibende 97.2 bewerben.

Die 88vier ist jedenfalls nur ein optimierter offener Kanal, egal welchen Namen er trägt. Dort will man nur möglichst gut die Profis nachahmen und die Inhalte sind meistens Mainstream. Das passt mit den freien Radioinitiativen nicht zusammen.

kuddelmuddelmulticultel

"...Zudem sendet Alex im Kabel weiter rund um die Uhr (wo dann kritische oder unliebsame Sendungen versteckt werden können)."

Als Alex-Nutzer im Hörfunkbereich kann ich diese Einschätzung nur bestätigen; wenn ich auf den Flickenteppich des kommenden Alex-Programmes schaue, drängt sich mir bei der Vergabe der UKW-Zeit der Eindruck auf, daß da sehr auf die wie auch immer geartete Systemkompatibilität geachtet wurde: Fußballfansendungen für zweitklassige Kommerzvereine, Synchronsprechernebenbeschäftigungen und Lokalkünstlerversteher ohne politischen Anspruch. Sehr intransparent die ganze Vergabepraxis.

Alex hat überhaupt sehr viele Federn lassen müssen - einen Verlust von einem Drittel echter Radiozeit (UKW) als Reform zu verkaufen ist eigentlich unmöglich. Ich tauche demnächst, so lange das in der Woche für mich machbar sein sollte, in das Radio an der kurzen Leine (Kabel) und den verbindungsüberwachbaren Stream ab, den ich in Zeiten von Schäuble2.0 eigentlich niemandem empfehlen möchte. Wie auch immer - ich möchte nicht allzu negativ daherschreiben: erst einmal ist es ein weiterer (wenn auch mängelbehafteter) Schritt in die richtige Richtung, wenn eine terristrische Antennenfrequenz auch unabhängigen Radiomachern eine Sendeplattform bietet. Also, auf friedliche Nachbarschaft im Dschungel der Frequenzen!

P.S.: Einen, der Sendungen mitschneidet, gibt es in der freiheitlich-demokratischen Grundordnung immer, und viele seiner Kollegen machen sogar Sendungen...

Schade, Berlin beatet doch nicht immer Bestes!

Peinlich, enttäuschend, einfach uncool!

Offensichtlich können oder wollen die Bürokraten nicht erkennen, was für die Entstehung eines wirklich freien Berliner Radiosenders wichtig ist: erstens einen gemeinsamen Ort von dem aus gesendet wird und zweitens einen Sender, mit dem man sich identifizieren kann.

Schon allein der fehlende gemeinsame Sendeort macht 88,vier zur Totgeburt. Ich habe sowohl in der Lottumstrasse als auch im Haus der Kulturen der Welt, Sendungen gemacht und dort das Miteinander der Radiomacher erlebt. Man gab sich die Klinken und Mikrophone in die Hand, sah den anderen beim Senden zu und trank vielleicht anschließend ein Bier zusammen. Dann wurde ausgiebig über die vorangegangenen Sendungen debattiert. Es entstand Gemeinschaft. Das gemeinsame Arbeiten an einem Ort inspiriert und schafft Indentifikation. Identifikation mit dem Ort, mit den Menschen und also mit dem Sender. Beim Radiomachen sendet man ohnehin schon so entfremdet und unsichtbar ins Blaue. Wenn man dann noch ganz mit dem Resultat alleine ist, kann sich Qualität nicht entwickeln. Sie stagniert.

Wenn alles auf Freiwilligkeit basiert, ist die einzige Möglichkeit Qualität zu sichern Gemeinschaft und der Stolz auf das gemeinsame Produkt. Als Künstler weiß ich: wer mich bezahlt, kann Forderungen an die Qualität meiner Arbeit stellen. Wenn ich unentgeltlich arbeite, muß ich mich anders motivieren. Für eine Idee, an die ich glaube und die ich für wertvoll halte, bin ich allerdings gern bereit mich einzusetzten. Die Idee eines strukturell unabhängigen, selbstbestimmten Radios ist so eine Idee.

Hinter 88,vier steht gar keine Idee. Es ist wie der offene Kanal, eine Form ohne Inhalt.
Wenn ich nicht stolz sein kann auf den Sender, für den ich arbeite, ob der nun kommerziell, staatlich oder selbstverwaltet ist, werde ich mich auch nicht engagieren. Erst recht nicht, wenn ich unentgeltlich arbeite. Radiomachen erfordert ja doch ein gewisses handwerkliches Können und kreatives Gespür. Die relativ hohe Dichte an Künstlern, die am Herbstradio beteiligt waren , hat zum Beispiel gezeigt, daß Kreative durchaus interessiert werden können unentgeltlich Radio zu machen. Zum offenen Kanal kriegt man allerdings keinen Künstler, der was auf sich hält. Der ist viel zu uncool.

Das neue Sendekonglomerat von 88,vier ist genau so Konzept- und Identitätslos wie der Offenen Kanal. Damit kann sich niemand identifizieren. Man identifiziert sich ja am ehesten mit einer Sache, die man entweder selbst gestaltet hat, oder die man von der Idee her unterstützt. Das fängt beim Namen an. 88 klingt nach einem Codewort von Nazis. Da will ich ja noch lieber im ewigen Herbst bleiben. Sogar das Programm von 88,vier sieht aus wie der Offene Kanal. Ich kann mir nicht vorstellen, daß da auch nur einer meiner Freunde am Radio hängen bleibt. Selbst für die Hörer gibt es nichts zum Identifizieren.

Eine Metropole wie Berlin verdient weiterhin ein freies Kulturradio internationalen Standards. 88,vier kann´s nicht sein.

Durcheinander

Ich finds schon okay und fair, dass die einzelnen Gruppen ihre eigenen Zeiten bekommen, ABER es ist zu zersplittert. Zudem sendet Alex im Kabel weiter rund um die Uhr (wo dann kritische oder unliebsame Sendungen versteckt werden können). Es wäre aber gut, wenn das komplette 88vier-Programm auch über Kabel läuft, da die Sendeleistung der neuen Frequenzen nicht besonders hoch sein wird.

Und künftig solltet ihr darauf bestehen, früher zu starten und nicht erst wenn viele Leute bereits den Fernseher einschalten!

Radiostreik

ihr solltet ein Zeichen setzen und erst gar nicht anfangen. Das wird doch eh keiner hören wollen.

Radiostreik, die werden schon merken was sie sich da angetan haben wenn sie euch nicht dabei haben. Vielleicht ist das dann ja schneller vorbei und das ganze fängt nochmal neu an.

Kann nicht glauben das die das ernst meinen. Hatte schon meinen Radioempfänger wieder ausm Keller getragen aber jetzt werde ich ihn wohl wieder runtertragen müssen.

Re: Durcheinander

Zu: "...Und künftig solltet ihr darauf bestehen, früher zu starten und nicht erst wenn viele Leute bereits den Fernseher einschalten!"

Hä? Was meinst Du, was wir gemacht haben?

Schon Eingemeindet

""88vier" ist ein Zusammenschluss aus Ausbildungs- und Bürgerradios, freien und multikulturellen Radios und in Berlin ansässigen Web-Radios. ALEX ist einer der Partnersender. Ein Zusammenschluss von Partnersender in dieser Art ist einmalig in Deutschland (...) ALEX übernimmt die technische Sendeabwicklung des Programms (...) ALEX macht den Anfang: Schon am 21. Mai 2010 präsentiert ALEX die Partner (...) Eine Programmfläche am Wochenende (Samstag und Sonntag, 13:00 bis 16.00 Uhr) bietet den Partnern Gelegenheit, gemeinsam von Ereignissen aus den Bereichen Politik, Kultur und Gesellschaft zu berichten. "
-- steht dicke auf deren Webseite. Wer macht den Sonntag???

Und nee, bei diesem Alex möchte ich bitte nicht mitmachen. Berlin hat sich wieder gegen ein freies Radio entschieden. Entweder, weil die "Entscheider" nicht wissen, was das ist. Oder weil sie wissen, was das ist, und es lieber nicht wollen. Teile und herrsche. Bitte Finger weg von so einem Gemauschel.

Hingehen und on air pöbeln.

Hingehen und on air pöbeln. Wer kommt mit?

Rechtsgrundlage

Man muss aber auch festhalten, dass es nach wie vor keine Rechtsgrundlage für ein selbstständiges Freies Radio in Berlin gibt. Deshalb ist dieses 88vier-Programm besonders auf den OKB/Alex ausgerichtet.

Die Aufteilung der Zeiten natürlich trotzdem ungerecht, da die Radiopiloten bzw. freie Radioinitiative inhaltlich am vielfältigsten war und ist und jetzt mit ein paar Stunden abends und nachts abgespeist wird. Den anderen hauptsächlich DJ-Technoprogrammen kommt diese Sendezeit schon eher entgegen. Somit sind die ehemals vereinigten Programmmacher aufgespalten und Alex ist der eigentliche Profiteur.

Vielleicht wäre es besser, auf DVB-T-Radio (schön mit EPG) zu gehen, evtl. in Kombination mit Kabelradio. Allerdings nur als NKL mit GEMA-befreiten Status.

DVB-T = DAB

Irgendwie wurden da schon Teile der Radioszene vor vielen Jahren in Berlin abgeschoben, Man hat von ihnen nichts mehr gehört.

Sind wohl gescheitert ;)

DVB-T Radio

Das wäre was. DVB-T Radio ist etwas ganz Berlin spezifisches, fast jeder kann es mittlerweile hören über den Fernseher oder die Settopbox, aber die wenigsten werden wohl überhaupt davon wissen. Wer DVB-T im Auto oder am Laptop hat kann auch mobil hören.

Ein ähnliches Schattendasein führt Radio über Satellit, also DVB-S. Einige Radiofreaks schwören auf die Soundqualität von DTS im Vergleich zu Streams. Aber wahrscheinlich muss das Programm wirklich anders und besonders sein, incl. Promo damit sich über solche alternativen Distributionswege eine Hörerschaft aufbauen lässt. Immerhin kann jeder der Teilnehmer auf 88.4 mehr oder weniger zum Netzradio und Podcaster werden. Nicht ganz uninteressant der komplementäre Ansatz.

Ob die Rechtsgrundlagen in Berlin nicht mehrere offene Kanäle zuließen, mit verschiedenen Satzungen und GEZ Finanzierung sei dahingestellt. Es fehlt der politische Druck. Für die oben genannten internationalen freien Kulturradiostationen gibt es jeweilige Richtlinien, am sympathischsten ist vielleicht die derzeit aktuellste Community Radio Low Power Lizenz der Offcom in UK.

http://www.ofcom.org.uk/radio/ifi/rbl/commun_radio/Communityfund/

Das stimmt so nicht.

Das stimmt so nicht. schau mal in das Programm von Herbstradio.

Klubradio hat Wortprogramme gemacht, Radiokunst, Krautrock, Theater, Literatur, Chanson usw. usw... wenn man natürlich jegliche Nicht-Schrummel-Keller-Punk-Musik als Techno bezeichnet, und die englische Sprache nicht mag, kann man sich schon etwas eingezwängt fühlen.

Schau mal auf:

http://hausradio.de

Pöbeln bringt nichts

Onairpöbeln bringt nichts. Lieber erst gar nicht hingehen und die traurige Veranstaltung "88,4" erst gar nicht einen Hauch von Legitimität geben.

Gute, freie Radioinitiativen, die gute Sendungen machen können (es gibt durchaus einige, auch wenn in der Tat nicht wenig auf Herbstradio durchaus auf OKB-Niveau war - es tut mir weh, das zu schreiben, aber nüchtern betrachtet, waren Reboot FM, Radio Riff und Co. hundertmal besser) können sich in diesem Umfeld nur abwerten.

Finger weg!