Die Rechnung ist simpel und wird zurzeit tausendfach per E-Mail verschickt. Wer unter den 30 Radiosendern der Stadt immer noch nicht den passenden gefunden hat, bekommt nun die einmalige Chance, seinen Beitrag für ein ein neues, nicht-kommerzielles Kulturradio in der Hauptstadt zu leisten. Spenden 5 000 Menschen jeweils zehn Euro, könnte kommenden Mai Berlins erstes freies Kulturradio starten. Die Jahresgebühr dafür kostet 50 000 Euro, bis zum 31. Januar muss das Geld zusammengetragen sein.
Schwäbisch Hall hat es, Freudenstadt hat es, Berlin hat es nicht: ein freies Radio.
»In Hauptstädten haben es freie Radios schwer, weil es da die Befürchtung gibt, dass dort zur Revolution aufgerufen wird.« Martin Busche klingt ein bisschen resigniert, wenn er auf Berlin zu sprechen kommt. Seit 1990 hat der Journalist nicht nur für verschiedene Zeitungen, Verbände und Unternehmen gearbeitet, sondern auch für freie Radios in Hamburg und Dresden. Vor mehr als zehn Jahren schrieb er in der Jungle World über den Kampf für ein freies Radio in Berlin. Damals wie heute gilt: »Selbst Kleinstädte wie Schwäbisch Hall oder Freudenstadt leisten sich solche Sender.«
Abgeordnete und Radiogruppen wollen endlich eine Dauerfrequenz für Freies Radio. Doch die Medienanstalt, Herrin über die regionalen Wellen, gibt lieber Millionen für ein Ausbildungszentrum aus.
Das "Herbstradio", Berlins jüngstes temporäres Radioprojekt, ist seit einer guten Woche Geschichte. Die alte Debatte um den nichtkommerziellen Rundfunk hingegen flammt wieder auf. Nicht nur Hobby-Radiogruppen fordern eine dauerhafte Frequenz für Freies Radio, auch eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus ist unzufrieden mit der Radio-Politik der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (Mabb). Denn die hat eigentlich genug Geld, um es allen recht zu machen.
Berlin Beatet Bestes. Folge 22. Bel Ami: Gece Berlin’de (1980).
Mit meinem Blog und mit dieser Kolumne versuche ich immer wieder, ein wenig Leben aus den Schallplatten herauszupressen, um den Aufnahmen wenigstens durch den Kontext eine Bedeutung für die Gegenwart abzugewinnen. Sobald die Musik erklingt, wird sie lebendig, aber an dem Material haftet die Zeit. Ohne neuen Zusammenhang bleibt es doch nur alter Schrott vom Trödel.
Nach knapp drei Monaten ging am 22. November 2009 um 23:59 Uhr mit einer Party im Freudenhaus (Prenzlauer Berg, Ecke Mitte) und einem offenen DJ-Pult das freie, nichtkommerzielle Radioprojekt Herbstradio (helmholtzplatz.de berichtete) vom Sender, also offline wie man heute sagt.
Herbstradio war ein weiteres Beispiel dafür, dass es in Berlin (und Brandenburg) möglich wäre, mindestens einen im normalen Radio empfangbaren Sender in Eigenverantwortung der (sub)kulturellen Szene zu etablieren, wenn, ja wenn sich die dafür Zuständigen und Verantworlichen durchringen könnten, eine freie UKW-Frequenz zur Verfügung zu stellen.
Das Freie Herbstradio sendet noch bis Ende November für fast alle Berliner empfangbar auf UKW 99,1.
Donnerstagnacht, kurz nach halb eins. Aus dem Radio klingt türkischer Rock und Jazz. Mal ein bisschen wie Radiohead, dann wieder grungig und zwischendurch wie der Acid Jazz der 70er. Aber immer spannend, gut und unkalkulierbar. Am nächsten Morgen nach dem Aufstehen ein ähnliches Bild. Diesmal kommt sanfter Punk und Rockabilly aus den Boxen, unterbrochen von ein paar kenntnisreichen englischen Moderationen. Ich kenne kein einziges Stück. Aber alle sind gut.
Das muss man mögen: Schon morgens läuft im Radio Punkmusik. Es gibt keine Werbung, keine Nachrichten, es fehlen die säuselnden Stimmen der Moderatoren. So etwas lehnen die Produzenten von Herbstradio vehement ab. Sie wollen das Niveau in der Berliner Radiolandschaft mit seinen 30 Sendern anheben, Hörer zu Wort kommen lassen, soziale Randgruppen, Künstler, Musiker und Kinder auch.
Eigene Berliner Frequenz für den Offener Kanal.
Bereits vor einigen Tagen hatten wir vermeldet das es in Berlin bald möglich sein könnte ein eigenständiges Bürgerradio auf UKW zu etablieren. Nun sind nähere Details zu diesem Vorhaben bekannt geworden. So bestätigte Susanne Grams, Sprecherin der Landesmedienanstalt (MABB), gegenüber der radioWOCHE das es derzeit ernste Überlegungen im Medienrat gebe dem Offenen Kanal Alex eine 24 Stunden UKW-Verbreitung zu ermöglichen.
John Peel sollte jedem ein Begriff sein, der sich mit Musik beschäftigt. Als Radio-DJ wurde Peel mit seinen gleichnamigen Sendungen weltweit berühmt, und gilt seither als “bester DJ aller Zeiten”. Um Peels Einfluss zu verstehen, soll es reichen wenn man behauptet ohne Peel keine Joy Division, Nick Cave oder The Smiths.
Am 25. Oktober 2004 verstarb John Peel unerwartet bei einem Urlaub in Peru. 2005 rief die BBC den zweiten Donnerstag im Oktober zum internationalen “John-Peel-Day” aus und fordert seine Fans in aller Welt auf, Veranstaltungen in seinem Gedenken zu organisieren.
Zo’n twintig jaar na de val van de Muur was ik vorige week in Oost-Berlijn. Ik noem het voor het gemak nog zo omdat de stad nog steeds verdeeld is. Naast nieuwbouw en opgeknapte gebouwen staan de stalinistische woonkazernes nog fier overeind. Het is nog altijd beklemmend om vanuit je hotel naar die betonnen ossie-wansmaak te koekeloeren en je voor te stellen hoe de sfeer er tot 1989 was.