Spendenaufruf 5000x10: 23 Fragen und Antworten

Allgemeines:

1. Wer sind WIR?
2. Warum Jetzt?
3. Was zeichnet das freie Kulturradio aus?
4. Wer macht das Radio?
5. Welche Sendemacher gibt es schon?
6. Wo ist das Sendestudio?
7. Wer hört das Radio?
8. Wo und wie ist das Radio zu empfangen?
9. Wann sendet das Radio?
10. Was ist mit dem offenen Kanal ALEX?
11. Warum ist UKW-Radio wichtig?
12. Was kostet das Radio?
13. Wie wird das Radio heißen?
14. Was bedeutet Freies Kultur Radio?
15. Wie ist der Plan für die Zukunft?

Zur Spendenaktion:

16. Was heißt 5000x10?
17. Wofür genau wird das Geld benötigt?
18. Wo landet das Geld?
19. Was passiert mit dem Geld, wenn das Radio nicht zustande kommt?
20. Was ist mit einer Spendenquittung?
21. Wie kann ich spenden?
22. Welche Möglichkeiten des Sponsorings gibt es?
23. Wer steht in der Unterstützerliste?

1. Wer sind WIR?

Wir, das sind ganz aktuell die Sendemacher des Herbstradios: mehr als 300 Einzelpersonen und Gruppen, die das Radio von September bis Ende November 2009 und Februar 2010 mit Inhalten bespielt haben.

Wir, das sind auch die Beteiligten vergangener Veranstaltungsradios wie Hip-Hop-Sommerschule, Radio Riff, Juniradio, Ersatzradio, Reboot FM, Radio 1:1, Radioherbst oder Funkwelle FM.

Wir, das sind all die Hörer, die seit der Abschaltung von "Radio 100" nur noch Deutschlandfunk und Inforadio ertragen können, die Hörer, die sich gefreut haben, wenn ein Veranstaltungsradio kurzzeitig für Abwechslung sorgte.

Kurz: das sind all die, die Berlin ein freies Kulturradio wünschen.

Wir haben genug von Radios, die uns etwas verkaufen wollen, genug von Radios, die uns mit tausendmal gehörten Hits abspeisen, genug von Radios, die professionell sein wollen, aber nur langweilig sind und uns abstumpfen lassen.

Wir wollen ein Radio aus Berlin, das sich nicht verstellt, stets Neugierde weckt, Mut und Platz zum Experimentieren hat und vor allem die betreffenden Akteure selbst zu Wort kommen lässt. Jeder, der etwas zu sagen hat, kann mitmachen. Berlin braucht ein unabhängiges und offenes Radio, welches die kulturelle Vielfalt der Stadt angemessen widerspiegelt.

Wir - das ist kein fest definierter Kreis von Menschen, sondern das ist Berlin.

2. Warum Jetzt?

Seit mehr als 5 Jahren fordern verschiedene Radioinitiativen Berlins kontinuierliche Bedingungen zum nichtkommerziellen Senden in Berlin. Wir begrüßen es also, dass sich der neu formierte Medienrat zum 15. November 2009 entschlossen hat, auf unsere Anregungen in vielen Bereichen konstruktiv einzugehen.

Es gibt eine Ausschreibung für die letzte in Berlin zu vergebende UKW-Frequenz 88,4 MHz. Bis 17. Februar 2010 konnten sich bei der Medienanstalt Berlin Brandenburg (MABB) nichtkommerzielle Radioprojekte für diese Frequenz bewerben. Die Anträge sind raus.

Die Möglichkeit temporärer UKW-Radioprojekte wie Reboot FM, Funkwelle FM oder Herbstradio, sogenannte Veranstaltungsradios, die jeweils für eine kurze Zeit zeigten, was ein freies Kulturradio in Berlin sein kann, wird es laut MABB ab Mai 2010 nicht mehr geben! Diese sind a) in dieser Form nicht mehr erwünscht und b) nicht mehr möglich, weil keine Frequenz mehr zur Verfügung steht.

Die MABB forderte uns auf, an der Ausschreibung um die 88,4 MHz teilzunehmen. In Zukunft sollen wir Projekte wie Herbstradio dort machen - vorausgesetzt, wir können auch eine Finanzierung nachweisen. Die MABB sagt: Wer den Anspruch hat, nicht nur temporär, sondern kontinuierlich senden zu wollen, der kann das jetzt beweisen.

Dass Berlin genügend Akteure hervorbringt, um ein solches Radio permanent mit Leben zu füllen, steht außer Frage. Und dass wir in der Lage sind, ein solches Radio durchzuführen, haben Koordinatoren wie Klubradio oder Radiopiloten in der Vergangenheit zur Genüge bewiesen. Nicht zuletzt deshalb richtet sich die Ausschreibung der MABB vorrangig an Radiogruppen wie uns. Nicht zuletzt deshalb gibt es überhaupt diese Ausschreibung.

Sollte es mal wieder nur das Geld sein, an dem alles scheitert? Die Chancen, bis Mitte Februar ein tragfähiges Finanzkonzept auf die Beine zu stellen, waren anfangs noch recht schlecht. Mit Hilfe der Spendengelder plus dem, was Klubradio, Radiopiloten und Brotfabrik ohnehin finanziell, technisch und personell einbringen, haben wir uns nun beworben. Allerdings sind wir auf die Kooperation der MABB angewiesen, und niemand kann sagen, wie sie sich entscheiden wird. Spendet weiter! Mit jedem Euro erhöhen sich die Chancen, dass wir ab Mai senden können.

3. Was zeichnet das freie Kulturradio aus?

Es ist schwierig, über Radio zu schreiben. Radio muss man hören. Und solange wir nicht senden, wird es immer schwer fallen, Menschen von unserem Radio zu überzeugen. Wir können aber ein paar Anhaltspunkte geben, die es erleichtern, sich ein freies Kulturradio vorzustellen:

  • Aus alt mach neu. Wer Veranstaltungsradios wie Reboot FM, Funkwelle FM oder gerade erst Herbstradio gehört hat, weiß, in welche Richtung es geht. Wir stellen uns in die Tradition von Community Radios wie Resonance FM, Radio Orange, Radio Grenouille, Radio Corax oder das nicht mehr existente Radio 100. An diesen Radios wollen wir uns orientieren und messen, ohne sie zu kopieren. Was Strukturen betrifft, muss das Rad nicht neu erfunden werden. Inhaltlich wird unser Radio unvergleichlich sein, solange unser Studio für die Vielzahl an Akteuren, die Berlins Kulturleben einzigartig machen, offen ist.
  • Jeder kann mitmachen. Zusammen entwickeln wir eine Redaktion, die sich an Strukturen freier Radios orientiert. Veranstalter bis zu Privatpersonen können das Radio als Forum nutzen, um zu informieren, zu experimentieren und neue Leute kennenzulernen.
  • Ohne Geld. Das Engagement der Sendemacher ist freiwillig, das heißt unverstellt, ungezwungen und gerade heraus. Das Radio ist nichtkommerziell, wird also nicht mit Werbung nerven. Gelder die akquiriert werden, sind allein für den Sendebetrieb, bzw. die Institutionalisierung, also Stabilisierung des Radios da.
  • Gegen den Mainstream. Musik, die auf anderen Sendern hoch und runter läuft, hat bei uns nichts zu suchen. Ehe ein Thema mit Wikipedias Hilfe aufbereitet wird, lassen wir es lieber sein, und widmen uns Themen, wo wir uns wirklich mit auskennen. Die Stadt ist voll von Spezialisten, Nerds, Freaks oder einfach nur sympathischen Menschen.
  • Wir lieben Fehler. Wir wollen kein klinisch durchdesigntes Radio, in dem jedes Äh und jeder Versprecher rausgeschnitten werden. Es gibt Regeln der Moderation, klar, aber Pannen gehören dazu. (Wir sind Menschen, aber nicht alle.)
  • Jeder kann Berliner sein. Wir wollen versuchen, die Vielfalt der Kulturen, Geschmäcker und Themen Berlins in ihrer Breite abzubilden, ohne dabei Schubladen zu benutzen. Das Programm entwickelt sich organisch.
  • Werkstatt geht vor. Inhaltlich und strukturell wollen wir beweglich bleiben. Neue Ideen werden ausprobiert, auch wenn sie scheitern können. Nicht zuletzt damit bieten wir anderen Radios die Gelegenheit, bei der Erprobung neuer Sendeformen zuzusehen und sie gegebenfalls zu übernehmen. Beispiel: Aus verschiedenen Studios zu senden, hat sich bewährt. Hinzukommen wird, dass wir regelmäßig von verschiedenen Veranstaltungsorten aus senden werden.

4. Wer macht das Radio?

Mitmachen kann jeder, der Lust hat. Es gibt verschiedene Beteiligungsformen:

a) Sendemacher

Radiomachen kann jeder, der in der Lage ist, sich an bestimmte formale Regeln zu halten, also nicht gegen das Gesetz zu verstoßen, verbindlich zu sein und Radio als Medium für Öffentlichkeit zu begreifen. Ein Sendemacher kann einmalig oder unregelmäßig bishin zu regelmäßig senden, allein oder als Gruppe. In der Regel sind alle Beteiligten des Radios auch Sendemacher.

b) freier Mitarbeiter (Redaktion)

Für freie Mitarbeiter gibt es die Redaktion. Dort erarbeiten sie auf freiwilliger Basis gemeinsam bestimmte Teile des Programms, z.B. was aktuelle Themen kultureller, politischer, regionaler oder internationaler Art betrifft. Dafür wird es, wie auch schon bei den vergangenen Projekten Herbstradio oder Funkwelle FM die "Berliner Runde" geben, ein aktuelles Magazin.

Weiterhin wird die Redaktion Einfluss auf die inhaltliche Zusammensetzung und Ausrichtung des Radios haben. Die Redaktion konstituiert sich selbst und arbeitet nach basisdemokratischen Prinzipien. Redaktionsräume stehen in Aussicht (Brotfabrik), weitere Vorschläge sind erwünscht!

c) angestellter Mitarbeiter

Das Radio selbst hat kein Geld, um Mitarbeiter zu bezahlen. Allerdings können sich Trägerinstitutionen beteiligen, die wiederum bezahlte Mitarbeiter im Radio beschäftigen, durchaus auch über Maßnahmen des Arbeitsamtes. Solche Leute werden dringend gebraucht, vor allem in den Bereichen Tontechnik (!), Journalismus, Mediengestaltung und IT, damit der Sendebetrieb gewährleistet ist.

d) Veranstalter

Events, Festivals, Konzerte, Veranstaltungen bishin zu Kinos können das Radio nutzen, um sich und ihr Programm vorzustellen. Möglich sind Live-Übertragungen von Konzerten bishin zu Festivalwochen, die sich ausführlich mit einem Thema auseinandersetzen. Vorschläge sind erwünscht.

e) Betreiber

Hier geht es um Koordination und Administration des Senders. Die Betreiber verantworten die Beantragung, den Sendebetrieb, dessen Verwaltung und Finanzierung. Entsprechend setzt sich diese Gruppe aus den Partnern zusammen, die Ressourcen beisteuern: das sind Studios und Büros, Technik, Finanzen und feste Mitarbeiter. Für die inhaltliche Ausrichtung des Senders ist b) die Redaktion da.

5. Welche Sendemacher gibt es schon?

Sendemacher und -gruppen des Herbstradios: Radiopiloten, Klubradio unlimited, Mikro.fm, Radio F-hain, Radio Hochsee, Kinderradio Radijojo, Salon Bruit, Radio KQSM, Zero Hour, Lauschrausch, Smük TV, Club der Polnischen Versager, Chaosradio Express, Dschungelfunk, Digital in Berlin, Polyphon, Bewegungsradio, Nachrichtenmagazin Onda, Spätkauf FM, Ausland Berlin, Radio Voodoo, Mondkalb, Pi-Radio und viele mehr.

Weiterhin Autoren, Moderatoren, Kunst- und Kulturschaffende, so auch viele der Berliner Lesebühnen (Surfpoeten, Reformbühne, LSD, Chaussee der Enthusiasten, Brauseboys), Musiklabels, Clubs oder Einrichtungen wie das ORWOhaus, in dem über 900 Musiker proben, Schulen (z.B. KLAX Gesamtschule), Universitäten und Bildungsprojekte etc.

Als größere Veranstalter werden sich, so der derzeitige Planungsstand, folgende beteiligen: Berlin Biennale, Internationales Literaturfestival Berlin, Berliner Märchentage, Chaos Communication Congress. Kleinveranstalter kommen jeweils täglich hinzu. Des weiteren werden die über 20 Berliner Programmkinos unterstützt (F.S.K., Lichtblick, Tilsiter Lichtspiele, Xenon, Brotfabrik, Acud, Krokodil etc.).

6. Wo ist das Sendestudio?

Zu Anfang wird es, wie schon bei Herbstradio, zwei Sendestudios geben, eins in der Lottumstraße im Prenzlauer Berg (Radiopiloten) und eins im Haus der Kulturen der Welt in Tiergarten (Klubradio). Möglich ist eine weitere Dezentralisierung der Sendestudios, so dass wir nach einem halben Jahr vielleicht schon vier Sendestudios haben, um die sich wiederum verschiedene Communities bilden. In Planung ist ein weiteres Studio in Friedrichshain, auch das ORWOhaus überlegt, ob es ein Studio in Betrieb nimmt.
Wir denken, dass Radio am besten dort funktioniert, wo die Beteiligten leben und arbeiten. Ein zentrales Sendestudio ist aus technischen Gründen heutzutage nicht mehr obligatorisch. So ziehen manche Sendungen einen Veranstaltungsort mit Publikum vor, z.B. Radio Voodoo, und werden von dort regelmäßig übertragen. Allerdings wird es weiterhin einen zentralen Anlaufpunkt zwecks Koordination und Administration geben.

7. Wer hört das Radio?

Jeder, der im Geiste jung geblieben ist. Also Menschen, für die Radio mehr als nur ein Hintergrundrauschen bedeutet, die bereit sind, sich auf Neues einzulassen. Menschen, die wissen wollen, was in ihrer Umwelt passiert. Menschen, die nicht alles, was über die Medien verbreitet wird, unhinterfragt für wahr befinden, sondern die sich verschiedene Standpunkte anhören. Und wer mit Inhalten des Radios nicht zufrieden ist, der kann sich hier einmischen (per E-Mail, Web-Kommentar, Brief, Telefon oder Erscheinen im Studio), denn das Medium Radio bietet diese Möglichkeit der Kommunikation.

8. Wo und wie ist das Radio zu empfangen?

Das Radio wird auf zwei UKW-Frequenzen zu empfangen sein: im Raum Berlin auf 88,4 MHz, dazu im Südwesten Berlins, Klein-Machnow und Teilen Potsdams auf 90,7 MHz. Insgesamt sprechen wir von einer bedingten Versorgung nahezu ganz Berlins - das heißt, im Auto oder mit einem guten Radio bekommt man es fast überall rein. Gut versorgt, also besser zu empfangen, ist es in jedem Falle in der südlichen Hälfte Berlins. Abwarten. Im Zweifelsfall wird es natürlich wieder einen Internetstream geben, der über manches Sendeloch hinweghilft.

Per Internetstream kann das Radio auf der ganzen Welt gehört werden. Auf der internationalen Ebene der Community-Radios hat Berlin bisher nie mitspielen können. Dabei zählt Berlin zu den großen Kulturstädten der Welt. London, New York oder Wien transportieren mit ihren Community-Radios ihre regionalen Eigenheiten in die Welt hinaus. Das sind keine globalisierten Radios, die austauschbar sind. Der Reiz für ausländische Hörer besteht darin, zu erfahren, was Menschen speziell in anderen Regionen bewegt - in unserem Fall: was die Berliner bewegt.

9. Wann sendet das Radio?

Voraussichtlich wird das Radio ab Mai 2010 starten (abhängig von der Ausschreibung der MABB). Die Sendelizenz gilt erst einmal für ein ganzes Jahr, wird dann aber immer wieder neu ausgeschrieben. Wir sehen darin ein Entgegenkommen der MABB, uns testen zu lassen, ob wir in der Lage sind, das zu erfüllen, was wir seit Jahren fordern.

Da es sich um einen Mischkanal handeln wird, sind auf dieser Frequenz noch andere Radios vertreten, die auch schon feststehen: zum einen der offene Kanal ALEX und zum anderen ein Ausbildungsradio der MABB. Um die restliche Zeit kann sich beworben werden.

Wir gehen davon aus, dass wir täglich frühestens 16 Uhr (spätestens 18 Uhr) auf Sendung gehen und frühestens 3 Uhr (spätestens 5 Uhr) nachts zu senden aufhören werden. Das heißt, der Abend ist gesichert. Eine Vollfrequenz wäre zwar schöner, allerdings können wir uns damit arrangieren, zumal viele der Radiomacher tagsüber arbeiten und erst ab Nachmittag Zeit haben. Mehr dazu auch unter 10.

10. Was ist mit dem offenen Kanal ALEX?

Manche haben sich vielleicht gefragt, wo jetzt der Unterschied zum offenen Kanal ALEX liegt. Der macht doch genau so etwas. Deshalb hier, obwohl es gar nicht reingehört, eine kleine Erklärung:

Richtig ist, dass dort jeder hingehen kann, wenn er eine Sendung machen will. Was er aber nicht beeinflussen kann, ist das Bild des gesamten Senders. Es wird dort keine Redaktion gebraucht, denn eine solche wäre nicht sinnvoll für einen Bürgerfunk. Manche Leute wollen aber redaktionell arbeiten, etwas gestalten, Themen recherchieren, um sie für andere Menschen aufzubereiten. Eine Redaktion hat auch den Sinn eines Ansprechpartners, auf den Personen zugehen können mit der Bitte, über irgendetwas zu berichten. Veranstalter sollen unser Radio flexibel nutzen können, durchaus auch einmal mit Sondersendungen, die aus dem Rahmen fallen. Und nicht zuletzt hätte ALEX gar nicht genug zeitliche Kapazitäten, um beispielsweise die Sendemacher des Herbstradios unterzubringen. Wir vergleichen hier also zwei Paar Schuhe, die sich nebeneinander durchaus wohlfühlen.

Nehmen wir z. B. die letzten beiden Veranstaltungsradios Herbstradio und Funkwelle FM: Viele der dortigen Radiosendungen am Vor- und Nachmittag hätte auch der offene Kanal senden können. Genauso hatten wir immer Ausbildungs-, Kinder- und Schülerradios im Boot, manche sogar ausgezeichnet von der MABB. Im besten Fall also können wir uns mit ALEX und dem Ausbildungsradio so gut arrangieren, Sendemacher und Sendeideen austauschen, dass eine gelungene Mischung entsteht, die durchaus dem nahe kommt, was wir auch in der Vergangenheit schon gemacht haben.

Das alles natürlich immer unter der Voraussetzung, dass wir als eigenes Radio, mit eigener Lizenz und in eigener Verwaltung auftreten.

11. Warum ist UKW-Radio wichtig?

UKW ist einfach zu empfangen. Man braucht dafür keinen Computer, geschweige denn eine schnelle Internetverbindung. In der Küche, im Bad ist es genauso leicht zu empfangen wie im Auto. Alle Welt redet von Internet-Radio. Aber wo geht diese Entwicklung hin? Gibt es überhaupt soviel Kapazitäten, dass jeder Radio per Internet hören könnte? Und wäre das überhaupt noch bezahlbar? Ein Radioempfänger kostet nicht viel.

Außerdem geht es noch um etwas anderes. Solange es in Berlin eine eingeschränkte Anzahl von UKW-Radios gibt, die wiederum in ihrer Gesamtheit beanspruchen, Berlin abzubilden, sind wir der Meinung: Nein, hier fehlt ein Großteil an Themen, Meinungen und Inhalten. Wir haben auch etwas zu sagen, wir wollen uns beteiligen.

Und nicht zuletzt besteht der Reiz eines UKW-Radios darin, den Hörern eine Auswahl anzubieten. Im Internet finden sie Alles, aber wollen sie sich auch die Mühe machen, um zu suchen? Und was suchen sie überhaupt? Als einer von zwanzig Radiosendern in Berlin ist ein Radio leichter auffindbar, als eines von Millionen auf der Welt. Die Auswahl, die wir zusammenstellen, kann niemals das Nonplusultra sein, aber sie kann so getroffen werden, dass sie dem Hörer stets Anhaltspunkte gibt, um sich bei Interesse selbständig weiter zu informieren.

12. Was kostet das Radio?

Es ist unbezahlbar. Es fehlen aber die Gelder für die Betriebskosten. Da keiner der Radiomacher für seine Sendungen bezahlt wird, sind die Kosten vergleichsweise gering. Allerdings finanziert auch keiner der Radiomacher das Radio, entsprechend tut sich ein Defizit auf.

50.000 Euro würden für ein Jahr die GEMA- und GVL-Gebühren sowie die Kosten, die entstehen, um die Audiosignale aus den Studios zur Sendeantenne zu transportieren, abdecken, sollte die MABB uns in keiner Weise entgegenkommen. Anfangs gab es hier keinen Verhandlungsspielraum, mittlerweile haben sich Möglichkeiten ergeben, dass die MABB uns zwar nicht finanziell unterstützt, es uns aber auch nicht schwerer macht, als es in anderen Bundesländern üblich ist - wir sind hier am Verhandeln.

Und warum 5000x10? In Vergangenheit hatten wir genug Zeit, um für solche Dinge Gelder zu akquirieren. Und wenn das Geld da war, konnte man Veranstaltungsradio beantragen. Die aktuelle Situation schreibt uns nun vor, dass wir bis zum 17. Februar 2010 einen glaubwürdigen Antrag bei der MABB einreichen, der auf finanziell sicheren Beinen steht. Niemand der ehrenamtlich arbeitenden Leute will auch noch das Risiko eines Schuldenberges auf sich nehmen. Für Förderanträge ist der Zeitraum zu knapp. Der Gedanke, dass sich einfach alle beteiligen, ist kein schlechter. Und sollte die Aktion gelingen, haben wir mehr geleistet, als nur ein Radio zu finanzieren.

Um es hier noch einmal deutlich zu sagen: ein Freies Kulturradio kostet für ein Jahr weitaus mehr als 50.000 Euro! Bürokosten, Studiokosten, Technik, feste Mitarbeit etc., also alles weitere, was zusätzlich gebraucht wird, damit Menschen sich ins Studio setzen und loslegen können, stellen die Betreiber eines freien Kulturradios erst einmal für ein Jahr zur Verfügung. Natürlich ist das keine Grundlage für mehrere Jahre, zumal auch die drei Betreiber im Laufe des Jahres auf zusätzliche Unterstützung angewiesen sein werden und gerade ihr letztes Hemd hergeben.

Neben finanzieller Unterstützung können wir also Alles gebrauchen! Technik, bezahlte Mitarbeiter, Räumlichkeiten, Werbung in anderen Medien etc.

Und wenn die 50.000 nicht zu Stande kommen, stellen wir keinen Antrag? So sah das am Anfang dieser Aktion tatsächlich aus. Mittlerweile haben sich zumindest Optionen ergeben, die uns optimistisch stimmen, auch mit weniger Geld einen aussichtsreichen Antrag stellen zu können, je nachdem wie kooperativ sich die MABB uns gegenüber verhält. Mehr dazu unter Kontostand.

13. Wie wird das Radio heißen?

Bis jetzt gibt es noch keinen Namen. Dieser muss sich von allein entwickeln. Um es noch einmal zu betonen: Wer sich an 5000x10 beteiligt, gibt nicht irgendeiner Person Geld dafür, dass diese dann Radio machen kann. Wer 10 Euro zahlt, der sagt: jeder, der will, kann dort mitmachen. Und da wir zwar schon eine Menge Radioleute sind, aber hoffentlich noch viel mehr werden, können wir jetzt auch noch nicht sagen, wie es heißen wird. Vielleicht Sender Freies Berlin.

14. Was bedeutet Freies Kultur Radio?

Frei zu sein bedeutet in diesem Zusammenhang, dass das Radio abgesehen vom Gesetz nur sich selbst gegenüber Rechenschaft schuldig ist. Das betrifft sowohl seine formale, als auch seine inhaltliche Ausrichtung. Weiterhin bedeutet frei, dass jeder die Freiheit besitzt, das Radio mitzugestalten. Und nicht zuletzt dafür benötigen wir freie Strukturen, die es gilt, gemeinsam zu entwickeln.

Und warum Kultur? Alles ist Kultur (auch Bildung). Aus der Tradition der Veranstaltungsradios gekommen, haben wir uns seit 2001 in erster Linie um die Begleitung kultureller Veranstaltungen gekümmert. Es hat sich gezeigt, das Berlin eine Dauerveranstaltung ist - allerdings auch, dass über viele Veranstaltungen in den Medien kaum etwas zu erfahren ist. Wir sind der Meinung, das ein Veranstaltungsradio diese Lücke schließen muss.

Weiterhin waren die meisten Radiomacher der vergangenen Projekte irgendwo in Kunst und Kultur involviert. Dementsprechend breit waren Musik-, Literatur- und experimentelle Sendungen vertreten - im Gegensatz zu beispielsweise Sport-, Wirtschafts- oder Politiksendungen. Allerdings interessiert uns neben klassischen Kulturthemen vor allem ein bestimmter Ansatz, an die Dinge heranzugehen, sie nämlich in einen kulturellen Zusammenhang zu stellen. Insofern werden auch Sport-, Wirtschafts- und Politikthemen im Programm ihren Platz haben.

Kultur bestimmt die Richtung, aus der wir kommen, und in die wir gehen. Auf dem Weg ist alles möglich.

15. Wie ist der Plan für die Zukunft?

Sobald das Radio nicht mehr erklärt werden muss, sondern es für sich selbst spricht, wird es uns leichter fallen, den Kreis der Radiomacher auszudehnen, tragfähige Finanzierungsmodelle zu erarbeiten, Förderungen zu akquirieren, um auch die folgenden Jahre senden zu können, uns also in gewisser Weise zu institutionalisieren. Dazu gehören eine Betreibergemeinschaft oder Genossenschaft sowie ein Förder- bzw. Mitgliederverein. Desweiteren soll eine Redaktion aufgebaut werden, die sich immer flexibel aus alten und neuen Mitarbeitern zusammensetzt. Vor allem die Jugendlichen gilt es, mehr mit einzubeziehen, soll das Radio mit der Zeit gehen.

Geplant ist, dass sich eine Betreibergemeinschaft bildet, die allein den Zweck hat, ein Fundament zu legen und zu pflegen, auf dem sich unabhängig von ihr eine Community an Radiomachern und Hörern frei entwickeln und austauschen kann.

Zur Spendenaktion:

16. Was heißt 5000x10?

Wenn 5000 Leute jeweils zehn Euro geben, haben wir eine gute Ausgangsposition, um GEMA/GVL und Sendezubringung zu bezahlen. Alles weitere, was noch benötigt wird, existiert erst einmal, um anzufangen und um auf etwas aufzubauen.

5000x10 ist aber auch eine direkte Einladung, sich am Aufbau dieses Radios inhaltlich zu beteiligen. Mit 10 Euro ist jeder dabei. Die Strukturen sind klar: so offen und frei wie möglich. Die Farben des Radios kann jeder mitgestalten.

Dass 10 Euro für manchen viel Geld bedeuten, ist klar. Vor allem dürfte es einige Leute verärgern, noch einmal doppelt GEZ-Gebühren zu bezahlen. Andererseits sind 10 Euro auch nicht mehr als ein gutes Essen, eine Kinokarte oder die Praxisgebühr beim Arzt. Zehn Euro für ein ganzes Jahr Radio - ein Radio, welches man selbst mitgestalten kann - entscheidet selbst.

17. Wofür genau wird das Geld benötigt?

Zu Beginn der Spendenaktion war es so: Um einen Antrag zu stellen, der auch ohne Entgegenkommen der MABB auf finanziell sicheren Beinen steht, wurden neben dem, was die Betreiber ohnehin schon einbringen 35.000 Euro für Gebühren (GEMA, GVL) und 15.000 für die Zubringung des Audiosignals aus den Studios hin zum Sender benötigt.

Sollte wider Erwarten mehr Geld zusammenkommen oder sich die MABB entschließen, uns mit den GEMA- und GVL-Gebühren entgegenzukommen, können Technik und Räumlichkeiten, die momentan privat und unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden, sowie ausfallsichere Sendestrecken und wichtige ehrenamtliche Mitarbeit davon bezahlt werden.

Aktueller Stand (17. Februar 2010) ist, dass wir die Anträge rausgeschickt haben und ohnehin davon ausgehen müssen, dass die MABB uns mit den Gebühren entgegenkommt (die Chancen dafür stehen mittlerweile nach einigen Verhandlungen nicht schlecht), da die eingegangenen Spenden zwar beachtlich sind, aber sonst nicht ausreichen würden. Mehr dazu unter Kontostand. Die Gelder, die wir noch zusammentragen, werden also für die Zubringung des Audiosignals aus den Studios hin zum Sender sowie eventuell anfallende Gebühren an die MABB (für GEMA/GVL) reichen müssen. Wir arbeiten gerade an einer kostengünstigeren Variante für die Sendezubringung, sind aber auch hier auf die (technische) Kooperation der MABB angewiesen.

18. Wo landet das Geld?

Auf einem eigens dafür eingerichteten Spendenkonto des gemeinnützigen Vereins Glashaus e.V.. Dieser Verein ist Betreiber der (den meisten eher bekannten) Brotfabrik Berlin an der Weißenseer Spitze.

Der Kontostand steht hier auf der Webseite und wird spätestens einmal pro Woche aktualisiert.

19. Was passiert mit dem Geld, wenn das Radio nicht zustande kommt?

Sollten wir a) zu wenig Geld zusammentragen oder b) von der MABB eine Ablehnung erhalten, gehen alle Spenden zu gleichen Teilen an:

  • Spik e.V., sozialpädagogische Arbeit in Berlin-Hohenschönhausen
  • Klik Berlin, ein Kontaktladen für junge Menschen auf der Straße in Berlin-Mitte
  • Nachtasyl Gorki, ein Nachtcafé für Obdachlose in Berlin-Lichtenberg.

Warum diese Auswahl? Wenn schon, sind wir für die Kleinen aus Berlin. Zwei Drittel Jugendarbeit, ein Drittel Obdachlosenhilfe - das kommt unserer Radioarbeit schon recht nahe.

20. Was ist mit einer Spendenquittung?

Bei 10 Euro wird keine Quittung ausgestellt. Sollte jemand aber mehr spenden wollen, bekommt er auf Nachfrage mit Angabe der Adresse eine Quittung zugestellt.

Übrigens: das Finanzamt akzeptiert bis 200 Euro den Kontoauszug als Spendenquittung, wenn darauf Spende, Verwendungszweck und gemeinnütziger Träger angegeben sind.

21. Wie kann ich spenden?

Die Aktion 5000 x 10 schlägt vor, dass jeder 10 € spendet. Es ist vollkommen in Ordnung, weniger oder mehr beizusteuern.

a) Überweisung
Inhaber: Glashaus e.V.
KN: 30 232 02
BLZ: 100 205 00
Bank für Sozialwirtschaft
Verwendungszweck: Spende Radio 2010

b) In bar abgeben oder schicken
Glashaus e.V.
c/o Radio 2010
Caligariplatz
13086 Berlin

c) Online über PayPal schicken
siehe Button auf der rechten Seite oben

22. Welche Möglichkeiten des Sponsorings gibt es?

Schlagt was vor. Erstmal ist alles möglich - außer direkte Werbung. Das Radio ist ein nichtkommerzielles ohne Werbung. Wenn uns aber passende Sponsoren, ob klein oder groß, unter die Arme greifen, werden sie etwas davon haben.

23. Wer steht in der Unterstützerliste?

Die hier veröffentlichte Unterstützerliste ist nicht gleichzusetzen mit einer Liste aller Spender. Eine öffentliche Spendenliste machen wir nicht. In die Unterstützerliste tragen wir, unabhängig, ob jemand gespendet hat oder nicht, alle ein, die uns darum bitten: Privatpersonen, Gruppen bishin zu Institutionen.

Bitte gebt uns mündlich, per Post oder E-Mail Bescheid, dass wir Euch in die Liste der Unterstützer für ein Freies Kulturradio Berlin mit aufnehmen sollen: spenden@radiopiloten.de